< Lebenskompetenz bietet den größten Schutz vor Sucht

Polizeiliche Suchtprävention in Schulen

Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch die Schulen und die Polizei leisten ihren Beitrag, um Schüler und Schülerinnen über Drogenkonsum und seine Folgen aufzuklären. Die Polizei Bielefeld etwa bietet im Anschluss an ein Präventions-Theaterstück zwei Unterrichtsstunden an, in denen über legale und illegale Drogen aufgeklärt wird.

Jugendliche möglichst früh erreichen

Auch Suchtprävention in Schulen gehört zu den Aufgaben der Polizei

© Eckart Seidl, MEV-Verlag

 

Suchtprävention bei Kindern und Jugendlichen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch die Schulen und die Polizei leisten ihren Beitrag, um Schüler und Schülerinnen über Drogenkonsum und seine Folgen aufzuklären. Die Polizei Bielefeld etwa bietet im Anschluss an ein Präventions-Theaterstück zwei Unterrichtsstunden an, in denen über legale und illegale Drogen aufgeklärt wird. 

Kriminalhauptkommissar Jürgen Lambrecht arbeitet seit zwölf Jahren beim Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz in Bielefeld. Er geht in die Schulklassen und spricht mit den Schülerinnen und Schülern über die verschiedenen Aspekte des Drogenkonsums, in erster Linie über die gesetzlichen Bestimmungen zu legalen und illegalen Suchtmitteln. „Bei der Präventionsarbeit ist es wichtig, dass man die Kinder möglichst früh erreicht, das heißt, bevor sie überhaupt anfangen zu konsumieren. Mit der Aufklärung zu beginnen, wenn sowieso schon die Hälfte einer Klasse Alkohol trinkt, macht wenig Sinn“, weiß Lambrecht. 

Der Polizist besucht hauptsächlich die siebten und achten Klassen, die Schüler sind dann zwischen zwölf und 15 Jahre alt. Die meisten Schüler hätten in diesem Alter noch wenig Kontakt zu Drogen und seien meist recht unbedarft. Am Anfang ginge es aber erst einmal darum, einen Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen und das Eis zu brechen. Viele Schüler seien skeptisch, aber auch neugierig auf ihn. In der ersten Stunde geht der Kriminalhauptkommissar zunächst auf die legalen Drogen wie Nikotin, Alkohol, Schnüffelstoffe, Koffein und Medikamente ein, in der zweiten Stunde werden die illegalen Drogen wie Cannabis, synthetische Drogen oder Opiate thematisiert. „Ich versuche, die Kinder einzubeziehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich bringe hautnahe Beispiele, die interessant sind und die man gut nachvollziehen kann. Wenn man das Ganze etwas lockerer aufzieht und aus dem Polizeialltag berichtet, funktioniert das eigentlich ganz gut.“ 

Jürgen Lambrecht

Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz, Bielefeld, © privat

Gemeinsam wird dann erarbeitet, was ab welchem Alter erlaubt und was verboten ist. Auch die Gefahren werden thematisiert. So spricht Jürgen Lambrecht etwa ganz gezielt das Strecken von illegalen Drogen und die damit verbundenen Risiken an: „Ich mache ganz deutlich, dass man nie wissen kann, was in den Drogen alles enthalten ist. Ich möchte erreichen, dass die Schüler kritischer und sensibler mit Drogen umgehen, wohl wissend, dass Jugendliche in dem Alter gerne mal etwas Verbotenes tun oder etwas ausprobieren möchten.“ Ein Thema, das nach wie vor aktuell ist und von dem Kriminalkommissar ebenfalls bewusst angesprochen wird, sind K.o.-Tropfen: Diese werden meistens jungen Frauen in Diskotheken oder auf Feten heimlich in die Getränke gemischt, um sie willenlos zu machen. Die Tropfen sind geruchs- und geschmacklos und machen denjenigen, der sie zu sich nimmt, zum wehrlosen Opfer. Die jungen Frauen werden von den Tätern im Anschluss sexuell missbraucht, vergewaltigt oder ausgeraubt. Sie können sich durch die verabreichten Drogen im Nachhinein an nichts erinnern. „Die Mädchen sollen darauf achten, dass sie ihre Getränke nicht aus den Augen lassen, wenn sie irgendwo unterwegs sind. Wenn man mit mehreren Freunden eine Veranstaltung besucht, sollte man nach Möglichkeit die Örtlichkeit auch wieder zusammen verlassen“, warnt Lambrecht. „Es ist wichtig, dass alle aufeinander aufpassen!“ Suchtvorbeugung ist für Jürgen Lambrecht eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe; jeder einzelne hat Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Kinder und Jugendliche vor Abhängigkeit geschützt werden. Ein Diskussionspunkt seien immer wieder die gesetzlichen Bestimmungen bei der Abgabe von Alkohol an Jugendliche und dass mehr darauf geachtet werden müsse, dass Alkohol nicht an Minderjährige abgegeben wird. „Es liegt meiner Meinung nach nicht am Kassenpersonal im Supermarkt. Dieses passt meist sehr gut auf und fragt nach dem Personalausweis. Schon allein deshalb, weil dem- oder derjenigen eine Strafe von ca. 700 Euro droht, der Alkohol an Jugendliche abgibt. Und zwar dem Kassierer persönlich – nicht dem Geschäft.“ Das Problem sei vielmehr, dass Erwachsene vor Geschäften oder Tankstellen von Jugendlichen angesprochen und gebeten würden, ihnen den Alkohol zu besorgen. „Ich habe das schon selbst erlebt. Es ist für Jugendliche kein Problem an Alkohol zu kommen – so lange es immer wieder Leute gibt, die ihnen den Alkohol kaufen. Man muss sich hier als Erwachsener einfach seiner Verantwortung bewusst sein“, so Lambrecht. 

Seite: 12weiter >>

Kurztipps

5 Tipps für...
...den Umgang mit Kinderfotos im Netz

So verhindern Sie den Missbrauch von Kinderfotos im Netz:

5 Tipps für...
...das Erkennen von Marken- und Produktfälschungen

So erkennen Sie Marken- oder Produktfälschungen:

5 Tipps für...
...den Schutz von Garage und Gartenhaus vor Einbruch

Diese Sicherungsmaßnahmen machen Sinn.

5 Tipps für...
...das Erstellen von Vollmachten

So sollten Sie sich in Bezug auf Vorsorge- oder Bankvollmachten...

5 Tipps für...
...sicheres Feiern auf Festivals und Konzerten

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie bei großen Events feiern wollen.

5 Tipps für...
...den sicheren Campingurlaub

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihren nächsten Urlaub mit dem...

5 Tipps für...
...den Schutz vor Erpressersoftware (Ransomware)

Darauf sollten Sie achten, um Angriffen auf Ihren Computer mit...

5 Tipps für...
...den Schutz vor Hacker-Angriffen

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihren Rechner und Ihre...

5 Tipps für...
...den Schutz pflegebedürftiger Menschen vor Gewalt

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Gewalt gegen pflegebedürftige...

5 Tipps für...
...sicheres Rodeln

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie im Winter eine sichere...

5 Tipps für...
...die Immobiliensuche im Internet

Das sollten Sie beachten, um bei der Wohnungssuche im Internet...

5 Tipps für...
...Zivilcourage im Alltag

Das sollten Sie beachten, wenn Sie in der Öffentlichkeit eine...

5 Tipps für...
...die sichere Cloud-Nutzung

Das sollten Sie beachten, um Ihre Daten sicher in Cloud-Diensten zu...

5 Tipps für...
...die sichere Nutzung von Fahrradanhängern

So sind Sie im Straßenverkehr mit einem Fahrradanhänger sicher...

5 Tipps für...
...verantwortungsvolles Radfahren im Straßenverkehr

So kommen Sie sicher und rücksichtsvoll durch den Stadtverkehr.

5 Tipps für...
...sicheres Homeschooling/digitales Lernen

Darauf sollten sie achten, wenn der Unterricht Ihrer Kinder zuhause...

5 Tipps für...
...den Verdachtsfall auf Kindesmissbrauch

So sollten Sie sich verhalten, wenn Sie in ihrem Umfeld einen...

5 Tipps für...
...ein sicheres Internet für Kinder

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Ihre Kinder oder Schüler vor...

5 Tipps für...
...das Radfahren im Winter

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in der kalten Jahreszeit trotz...

5 Tipps für...
...das sichere Wandern

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie auf eine Wanderung gehen möchten.

5 Tipps für...
...das sichere Surfen im Urlaub

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie im Urlaub mobile Geräte nutzen.

5 Tipps für...
...einen erfolgreichen Widerruf

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie einen abgeschlossenen...

5 Tipps für...
...sicheres Bezahlen im Internet (Online Banking)

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie online bezahlen möchten.

5 Tipps für...
...sicheres Arbeiten im Home Office

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie von zuhause arbeiten.

5 Tipps für...
...mehr Sicherheit auf der Skipiste

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in der Wintersportsaison auf...

5 Tipps für...
...das Böllern an Silvester

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie an Silvester Raketen steigen...

5 Tipps für...
...den Umgang mit Spam-Mails

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie von Spam-Mails in Ihrem...

5 Tipps für...
...sicheres Online-Dating

Darauf sollten Sie bei der Partnersuche im Netz achten.

5 Tipps für...
...den Umgang mit Mobbing am Arbeitsplatz

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie sich gegen Mobbing im Job...

5 Tipps für...
...unfallfreies Grillen

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie in den Sommermonaten sicher im...

Weitere Infos für Eltern

Höher, schneller, weiter

Diesen Ausflug hatten sich die Fahrgäste des „Trapper Slider“ in...[mehr erfahren]

Der Alkohol-Parcours für Schülerinnen und Schüler

Die erste größere Party, das erste Mal Alkohol trinken: Um...[mehr erfahren]

Zahl der Gewalttaten nimmt seit Jahren zu

Die Debatte um linke Gewalt ist nach den Krawallen beim G20-Gipfel...[mehr erfahren]

Mobbing und physische Gewalt an Schulen

Gewalt im Schulkontext hat viele Gesichter. Die Palette reicht von...[mehr erfahren]

„Free to be online?“

Mädchen und junge Frauen erleben zunehmend digitale Gewalt. Zu diesem...[mehr erfahren]